Das Grüne Band Europa verläuft in Tschechien entlang der Grenze zu Bayern und Österreich. Dank des früher unzugänglichen Grenzstreifens finden wir hier heute gut erhaltene Natur – die Nationalparks Böhmerwald (Šumava) und Thayatal (Podyjí), die Landschaftsschutzgebiete Böhmischer Wald (Český les), das neu ausgewiesene Schutzgebiet Soutok und weitere.
Auf deutschem Gebiet setzt sich das Grüne Band entlang der einstigen Grenze zwischen West- und Ostdeutschland fort, die zur Zeit des Kalten Krieges aus einem 50 bis 200 m breiten, streng bewachten Streifen bestand. Genau dort fanden zahlreiche seltene Arten Zuflucht, und zu Beginn des Jahrtausends entstand in Deutschland die Idee des Grünen Bandes Europa.
Der Vergleich der Luftbilder von 1946 und 1962 zeigt die neu errichtete Hauptlinie des Eisernen Vorhangs entlang der Grenze bei Všeruby (Neumark). Auffällig ist auch, wie sich die Größe der landwirtschaftlichen Flächen verändert hat.


Frage: Schauen Sie sich die historischen Luftbilder an. Erkennen Sie, warum die kleinen Felder und die Mühlen aus der Landschaft verschwunden sind? Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts standen im Umkreis von 1,5 km von hier – allein auf der tschechischen Seite der Grenze – gleich vier Mühlen. Was ist mit ihnen geschehen?
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Das Gesicht dieser Landschaft veränderten nach dem Zweiten Weltkrieg zwei große historische Umbrüche. Nach der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung und der Einrichtung des abgeriegelten Grenzstreifens verschwanden kleine Höfe, Mühlen und ganze Dörfer in Grenznähe. In den 1950er Jahren folgte die Kollektivierung der Landwirtschaft: Kleine Felder und Wiesen wurden zu großen Schlägen zusammengelegt. Mit der geringeren Vielfalt der Landschaft ging auch ein Rückgang der hier lebenden Tier- und Pflanzenarten einher.
Hier endet unser Lehrpfad. Nach Všeruby können Sie über einen Rundweg auf dem Feldweg zurückkehren, den Sie von hier aus sehen und der entlang der Staatsgrenze verläuft, und anschließend über die Gehwege entlang der Straße – insgesamt 2,3 km. Wir empfehlen den Abstecher zu den Resten der ehemaligen Mühle, die hier etwa von 1870 bis 1945 in Betrieb war und an eine Zeit erinnert, in der das Leben der Menschen auf beiden Seiten der Grenze viel enger miteinander verbunden war.
Standort der ehemaligen Mühle: Google Maps / Mapy.com
Aufgabe für Kinder
Wenn du zur aufgelassenen Mühle gehst, spiel unterwegs „Schatzsucher“. Such alles, was nicht in den Wald gehört – zum Beispiel ein Stück von einem alten Ziegel oder einen behauenen Stein. Das sind die letzten Grüße der Menschen, die hier lebten, bevor dieser Weg zur verbotenen Zone wurde.